2014-06-09 – Siegessäule

Nach dem Stasi-Museum war uns nach etwas erfreulichem zumute. Da es noch dazu die letzte Sehenswürdigkeit unseres Berlinaufenthalts sein sollte, haben wir uns für die Besichtigung der Siegessäule entschlossen.

Die Siegessäule wurde 1873 als Nationaldenkmal zur Erinnerung an preußisch/deutsche Siege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich auf dem damailgen Königsplatz vor dem Reichstagsgebäude eröffnet. 1938 war die Säule der Stadtplanung der Nazis im Weg und musste in den Tiergarten umziehen, wo sie heute in der Mitte eines großen Kreisverkehrs, dem Großen Stern, steht.

Dort wurde die mit der Figur insgesamt 69 Meter hohe Siegessäule vom Kriegssymbol nach der Wiedervereinigung immer mehr zur Partykulisse. Weltberühmt wurde sie im Jahr 2008, als der damalige US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama bei seinem Berlin-Besuch vor der Siegessäule mit einer Rede auftrat.

In luftiger Höhe steht eine Figur der Viktoria, die Siegesgöttin aus der römischen Mythologie. Die Vergoldung der Viktoria brachte der Skulptur den Spitznamen «Goldelse» ein. Obwohl man sicher von der Aussichtsplattform zu Füßen der Viktoria-Statue einen tollen Blick über Berlin hat, haben wir uns wetterbedingt die 285 diesmal geschenkt.

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2014-06-09 – Stasi-Museum

Heute haben wir wieder einen Ort des Schreckens besucht. Die ehemalige Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit. Hier wurde Bespitzelung, Spionage, Unterdrückung und diverse andere Repressalien zu einer gewissen Perfektion betrieben.

Stasi-Museum

Unter diesen drei Vorsitzenden der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) Walter Ulbricht, Erich Honecker und Egon Krenz wurde die Stasi immer weiter ausgebaut und diente hauptsächlich dazu die eigene Bevölkerung zu überwachen.

Stasi-Museum

Wer in einem solchen Arrestwagen Platz nehmen musste, dem konnte alles passieren. Von unmotivierten Beschuldigungen, Folter, Verurteilung, usw. – die ganze Palette von Grausamkeiten war möglich.

Stasi-Museum

Das was das Büro vom Erich Mielke. Er war 32 Jahre lang (1957-1989) Stasi-Chef, galt als hinterhältig, impulsiv, brutal, ungehobelt und ungebildet. Er ließ foltern und morden und hatte ein tiefe Verachtung für verbale Lösungen. Zuschlagen, nicht lange fackeln, das war sein Motto. Mit diesen Eigenschaften führte er das Ministerium für Staatssicherheit und damit im Grunde auch die ganze DDR und galt als der brutale Kaiser des Landes.

Stasi-Museum

Um die DDR-Bürger zu motivieren bzw. ihnen vorzusagen was sie warum machen sollten und dass sie ohnehin in einem Paradies leben, wurden sie mit mehr oder weniger intelligentem Propagandamaterial überschüttet.

Stasi-Museum

Natürlich wurde auf die Jugend nicht vergessen. Schon in der Schule wurde mit geeignetem Spielzeug auf die Wehrtüchtigkeit der jungen Menschen hingearbeitet.

Stasi-Museum

2014-06-08 – Mauer Gedenkstätte

Nach der Portion Jubel-Trubel-Heiterkeit beim Festzug holte uns wieder die Vergangenheit ein- wir besuchten nämlich die Mauer Gedenkstätte in der Bernauer Straße.

In der Bernauer Straße verlief die Grenze entlang der Häuserfront der auf Ost-Berliner Gebiet stehenden Grenzhäuser. Viele Bewohner dieser Grenzhäuser entschlossen sich nach den Sperrmaßnahmen spontan zur Flucht. Sie seilten sich aus ihren Wohnungen ab oder sprangen in die bereitgehaltenen Sprungtücher der West-Berliner Feuerwehr. Einige verletzten sich dabei schwer, auch die ersten Todesopfer des Grenzregimes waren hier zu beklagen. Wenige Wochen nach dem Mauerbau wurden die Häuser geräumt, die verbliebenen Bewohner zwangsumgesiedelt und Fenster und Türen vermauert.

Ansicht der Bernauer Straße während der Existenz der Mauer bzw. eigentlich zwei Mauern und dazwischen die Todeszone mit Schussbefehl für die Mauersoldaten.

Bernauer Straße - Historische Ansicht

Heute wird die Mauer durch Metallstangen angedeutet und an Stelle der weggesprengten Versöhnungskirche wurde eine Kapelle errichtet.

Bernauer Straße - Ansicht Gedenkstätte

Im Boden eingelassen findet man Gedenktafeln für alle jene denen die Flucht über die Mauer hier nicht gelungen ist.

Bernauer Straße - Gedenkstein für Fluchtversuch

Noch ein letztes Stück der Originalmauer, doch dahinter wurden bereits viele neue Wohnhäuser errichtet.

Bernauer Straße - Originalmauerteil

Auf einigen dieser neuen Wohnhausanlagen wurden die Wände mit historischen Dokumenten – hier die Flucht eines DDR-Soldaten – versehen.

Bernauer Straße - Hausbemalung

Einigen gelang auch durch Flucht durch die meist von West nach Ost gegrabenen Fluchttunnel.

Bernauer Straße - gelungene Tunnelflucht

Diese Fluchttunnel sind auf der Gedenkstätte mit Steinplatten markiert.

Bernauer Straße - Tunnelmarkierung

Die Versöhnungskirche stand seit 1961 verwaist im Grenzstreifen und wurde 1985 gesprengt. Das abgebrochene und verformte Giebelkreuz wurde von Ostdeutschen versteckt und nach der Wiedervereinigung der Gedenkstätte übergeben.

Bernauer Straße - Giebelkreuz Versöhnungskirche

2014-06-08 – Karneval der Kulturen

Wir und ca. 1 Million weitere Menschen waren heute Teil des Umzuges im Rahmen des ‚Karneval der Kulturen‘. Über vier Stunden dauert dieser Umzug der 82 Gruppen mit über  5.300 Teilnehmern. Bei dieser Hitze eine wahre Herausforderung. Wir hatten zwar einen netten Platz im Schatten, jedoch nach knapp 1 1/2 Stunden hatten wir auch genug und haben uns in ein Starbucks zurückgezogen und dort geeisten Kaffee mit Kuchen genossen.

Der ‚Karneval der Kulturen‘ findet seit 1996 in Berlin statt und verwandelt ganze Straßenzüge in eine bunte, fröhliche,  laute und vibrierende Festmeile. Auf vier Bühnen gibt es Programm non stop, dazu viel Theater, Performance, Kultur und nicht zu vergessen:  400 Stände bieten kulinarisches, ein paar davon auch kunsthandwerkliches.

 

 

2016-06-07 – Haus ohne Sorgen / Potsdam

Heute Morgen ging es mit der Schnellbahn ca 45 Min Richtung Südwesten nach Potsdam. Dort ging es per Bus weiter zum Schloss Sanssouci (ohne Sorgen), das der preußische König Friedrich II 1745 -1747 im Rokokostil erbauen ließ.

Wir buchten gleich eine Führung, bekamen ein Audiogerät umgehängt und konnten so ohne Zeitdruck durch die 12 Zimmer des Schlosses schlendern. Dabei machten wir wieder eine Menge Fotos, hatten wir doch noch vor Beginn der Führung 3 € extra für die Fotobewilligung bezahlen müssen. Aber es hat sich ausgezahlt. Die Räume waren sehr schön, der Audioguide sehr aufschlussreich und das Klima im Schloss war angenehm kühl.

Nach der Führung drehten wir eine Runde im Garten und genossen den feinen Sprühnebel des Springbrunnens.

Danach fuhren wir in die Altstadt von Potsdam schlenderten etwas durch die Gassen und ließen uns schließlich noch ein Eis schmecken, bevor wie wieder nach Berlin zurückfuhren.

Sanssouci von Außen:

Sanssouci von Innen:

Potsdam:

2014-06-06 – hinterm Horizont

Kurz vor unserem Abflug nach Berlin haben wir die Werbung für das Musical ‚Hinterm Horizont‘  das im  Theater am Potsdamer Platz in Berlin aufgeführt wird, gesehen. Da der Inhalt des Musicals direkt mit der jüngsten Geschichte Berlin zu tun hat, haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, Karten zu besorgen. Und siehe da, es waren noch welche verfügbar. Da wir die Karten am späteren Nachmittag kauften und die Vorstellung am gleichen Abend stattfand, konnten wir uns nicht mehr umziehen und sind daher mit kurzer Hose und sonstigem touristischen Outfit zur Vorstellung erschienen. Zum Trost konnten wir sehen, dass nicht nur wir nicht dem normalen Theaterdresscode entsprachen, sondern viele andere Besucher so wie wir ausstaffiert waren.

Das Musical besteht aus den Elementen: Liebesgeschichte, Lieder von Udo Lindenberg und Szenen aus der Deutschen Geschichte. Wahrheitsgetreu wird die fiktive Geschichte erzählt, in welcher Udo Lindenberg bei einem Konzert in Ostberlin ein FDJ-Mädchen (Jessy) kennen und lieben lernt. Udo darf nicht im Osten bleiben, Jessy darf nicht in den Westen. Die Stasi drängt Jessy Udo auszuspionieren. Bei einem Konzert in Moskau treffen sich Udo und Jessy wieder kurz, aber intensiv. Sie ist schwanger, er weiß nichts davon. Jahre später, nach dem Mauerfall treffen sich beide wieder und versuchen die letzten Jahre aufzuarbeiten.

Uns hat es auf alle Fälle sehr gut gefallen, aber am berührendsten war das Verhalten unserer Sitznachbarn, offenbar wahre Udo Fans und offenbar ehemalige Ostdeutsche. Die Lieder von Udo haben sie im Duett, relativ laut aber wenigstens nicht falsch, mitgesungen. Als dann der Mauerfall mit der Original Tagesschau auf der Bühne projiziert wurde, nahmen sie sich fest bei den Händen, rutschten etwas tiefer in ihre Sitze und wischten sich mit der freien Hand so manche Träne aus den Augen.

Bühnenbild und Bilder aus dem Theaterfoyer:

Bilder aus der Realität. Udo gibt freie Fahrt für den Zug nach Pankow und übergibt Honecker eine Gitarre:

2014-06-06 – das letzte Stück Mauer

Zwar ziemlich ramponiert von den Mauerspechten, die im Freudentaumel der Wiedervereinigung alle Mauern so schnell wie möglich niederreißen wollten, wurde dieses Mauerstück dann noch erhalten und dient nun als Mahnmal und Zeuge an ein schwieriges Kapitel des vorigen Jahrtausends.

Weiters sieht man hier in der Niederkirchnersstraße neben der Mauer auch noch die Grundmauern jener Häuser in denen Gestapo, SS und RSA residierten und von dort ihre menschenverachtende Politik planten und organisierten.

Eines der letzte Stücke der Berliner Mauer:

letzte Originalmauer

Manche konnten dem Terrorregime auch entkommen: Hans Rosenthal, der später mit Dalli-Dalli die Menschen ratesüchtig machte und zum Vorspringer der Nation wurde.

Überlebender Dalli-Dalli-Rosenthal

Die Überreste der Gestapo/SS/RSA-Gebäude:

Grundmauern Stasi-Hauptquartier